13 Uhr, die Schule ist aus. Wie sieht dein Tagesablauf danach eigentlich aus? Vielleicht ja so: zu Hause in Ruhe Mittagessen, dann die leidigen Hausaufgaben erledigen sowie lernen und anschließend den Hobbys nachgehen oder chillen.
Bei uns an der LUR gibt es allerdings auch zwei Schüler, bei denen der Tag nach 13 Uhr etwas anders abläuft. Diese beiden Schüler leben im Internat des Nachwuchs-leistungszentrums der SpVgg Greuther Fürth. Wir, das Team der Eulenpost, haben sie vor Ort besucht und von ihnen und ihren Betreuern einen spannenden Einblick in ihr Leben bekommen.
Silas und Dominik besuchen als Schüler die Klasse 10d an der LUR. Daneben sind beide aber auch Spieler der U17-Mannschaft der SpVgg Greuther Fürth und wohnen im Internat des Nachwuchsleistungszentrums des Fußballzweitligisten in der Kronacher Straße. Um ihren Traum von der Profi-Fußballkarriere erfüllen zu können, mussten sie von zu Hause weg ziehen, da Silas ursprünglich aus Aalen in Baden-Württemberg und Dominik aus der Schweiz kommt.
„Das Nachwuchsleistungszentrum der SpVgg Greuther Fürth gibt es seit 2002“, erklärt Stefan Schmidt, der pädagogische Leiter. „Ein Nachwuchsleistungszentrum zu installieren wurde für alle Fußballvereine der 1. bis 3. Liga Pflicht, nachdem die Deutsche Fußballnationalmannschaft bei der WM 1998 und der EM 2000 schlecht abschnitt. Das Internat für die jugendlichen Spieler kam schließlich im Jahr 2012 dazu.“
Die Scouts der SpVgg Greuther Fürth halten während der Fußballsaison in erster Linie in der Heimatregion Franken, aber auch darüber hinaus die Augen nach potentiellen und vielversprechenden Nachwuchsspielern offen. Diese werden dann zu einem Probetraining nach Fürth eingeladen. So verschlug es auch Silas, der im Sturm spielt, und Dominik, der im Tor steht, nach Fürth.
Wie sieht nun aber ein typischer Nachmittag für Silas und Dominik aus?
„Nach dem Mittagessen haben wir Zeit zu lernen oder Nachhilfemöglichkeiten wahrzunehmen. Zwischen 17 und 20 Uhr findet dann das Training auf dem Fußballplatz, im Kraftraum oder einem speziellen Raum zur Videoanalyse statt. Auf das Training folgt das gemeinsame Abendessen. Alles, was wir schulisch vor dem Training nicht geschafft haben, müssen wir danach noch erledigen“, erläutert Silas. Platz für weitere Hobbys bleibt bei diesem Tagesablauf kaum. Freunde oder Klassenkameraden treffen, zum Beispiel an den trainingsfreien Nachmittagen nach einem Spiel, ist natürlich erlaubt, muss aber mit den Mitarbeitern Im Nachwuchs-leistungszentrum abgesprochen werden.
Sebastian Schlauch, einer der pädagogischen Mitarbeiter, beschreibt, dass das Internat, in welchem zurzeit 12 Nachwuchsspieler leben, einer großen WG gleicht. Die Jugendlichen sind zum einen natürlich Konkurrenten um die Plätze in der Startelf, zum anderen aber auch eine Gemeinschaft, die füreinander da ist und sich gegenseitig auffängt, zum Beispiel nach einer Niederlage. Natürlich sind aber auch eng gesteckte, gemeinsame Regeln – u.a. zum Thema Zimmer aufräumen – notwendig, damit das Zusammenleben funktioniert und sich die Heranwachsenden zu selbstständigen Individuen entwickeln können.
Silas und Dominik gefällt am Nachwuchsleistungszentrum in Fürth vor allem die direkte Nähe der Trainingsplätze zum Internat. Auch, dass sie nicht selbstständig einkaufen gehen müssen, um die Kühlschränke in der gemeinsamen Internatsküche zu befüllen, finden sie gut. Ebenso heben sie die lebendigen und lustigen Diskussionen über Fußball beim Abendessen mit den anderen Nachwuchsspielern positiv hervor.
Während wohl die allermeisten Schüler ihre Eltern täglich sehen, ist das bei Silas und Dominik natürlich anders. „Zeit, um nach Hause zu fahren, haben wir vor allem in den Weihnachts- und Pfingstferien, da wir hier zwei Wochen trainingsfrei haben“, erklärt Dominik. „Mein Vater besucht mich während der Saison aber auch alle zwei bis drei Wochen, schaut sich dabei ein Spiel von mir an und anschließend unternehmen wir noch etwas gemeinsam.“ Silas ergänzt, dass seine Eltern einerseits natürlich traurig sind, dass sie ihn so wenig sehen. Andererseits sind sie auch sehr stolz auf ihn. Außerdem telefoniert er mit seinen Eltern regelmäßig. Die Distanz zu den Eltern und den Geschwistern nehmen beide in Kauf, da es ihr Traum ist Profifußballer zu werden.
Es ist 16:30 Uhr. Zeit für Silas und Dominik sich langsam für das anstehende Training fertig zu machen, da das Zuspätkommen von den Trainern nicht gerne gesehen wird. Für uns heißt es daher, noch schnell ein gemeinsames Abschlussfoto machen. Das Team der Eulenpost bedankt sich ganz herzlich bei Silas, Dominik, Herrn Schmidt und Herrn Schlauch für die interessanten Einblicke in das Internat des Nachwuchs-leistungszentrums der SpVgg Greuther Fürth.
