7. Juli 2026

Zu Besuch bei der Theater-AG

Freitags, 13:15 Uhr, im Raum U03 der Leopold-Ullstein-Realschule: Ein junges Mädchen namens Alice trifft sich mit einem verrückten Hutmacher, einer Grinsekatze, einer Raupe,  einer Haselmaus, einem Märzhasen und zwei kleinen Jungs namens Diedeldumm und Diedeldei. Wenn ihr euch nun fragt, wo ihr hier gelandet seid, lautet die Antwort: Herzlich willkommen in der Theater-AG. Diese probt gerade für das Stück „Alice im Wunderland“, welches im Juli im Stadttheater aufgeführt wird. Bei den Proben hierfür darf die Eulenpost heute zusehen.

Als Erstes stehen die Aufwärmübungen auf dem Programm. Eine der Übungen heißt „Pulk an freeze“. Die Gruppe, zu der Schülerinnen und Schüler der 7. bis 10. Klasse zählen, sammelt sich dabei im Raum. Die Kursleiterin Frau Plöger gibt nun im Wechsel die Kommandos „Pulk“ oder „Freeze“, wobei die Kursteilnehmer entweder eng zusammenstehen oder wie eingefroren stehen bleiben müssen. Diese Übung ist vor allem dann wichtig, wenn während einer Aufführung der Hintergrund gewechselt werden muss. Bei einer zweiten Aufwärmübung müssen die jungen Schauspieler ihr pantomimisches Geschick unter Beweis stellen. Die Kursleiterin tut dabei so, als würde sie die Schüler mit einer unsichtbaren Kraft zu sich hinziehen und anschließend wieder wegstoßen. Darauf müssen die Jugendlichen pantomimisch realistisch reagieren, was aber auch zu außergewöhnlichen bzw. lustigen Darstellungen führt. Generell fällt uns auf, dass bei den Proben viel gelacht wird. „Weil die Proben immer witzig sind und wir hier viel lachen, komme ich sehr gerne in die Theater-AG“, sagt Azra dazu.

Anschließend beginnt die Probe für das Stück „Alice im Wunderland“. Los geht es mit der Einstiegsszene, die sich etwas von der Buchvorlage unterscheidet. Die Schüler bauen dazu zunächst die Szenerie auf und verteilen sich auf ihre jeweilige Position. Dabei erklärt uns Alina, die die Figur Diedeldei verkörpert, wie sie in die Theater-AG gekommen ist: „Wir haben im Fach Deutsch in der 6. Klasse eine Projektschulaufgabe zum Thema „Sagen“ gemacht. Dabei mussten wir unsere Sage auch auf einer Bühne aufführen. Das hat mir großen Spaß gemacht. So habe ich Lust auf die Theater-AG bekommen.“

„Eins, zwei, drei, go“, sagt Frau Plöger an und das Stück beginnt. Wir befinden uns in der realen Welt in einem kleinen Klassenzimmer. Eine strenge Lehrerin tadelt die Schülerin Alice. Dabei verwendet die Lehrkraft auch jugendsprachliche Wendungen wie „Alice, du bist so lost“, oder „67“. Weil der Unterricht der Lehrerin sehr, sehr langweilig ist, schläft Alice ein. Während der Probe ruft die Kursleiterin ihren Schauspielern dabei immer wieder Anweisungen und Hilfestellungen zu. Aber auch diese fragen von sich aus wissbegierig, was sie besser machen können. Apropos besser machen. Auf die Frage, ob man bestimmte Voraussetzungen oder Fähigkeiten für die Theater-AG mitbringen sollte, antwortet uns Antonia, die im Stück Alice spielt, wie folgt: „Das Wichtigste ist, dass man keine Angst haben darf, auf einer Bühne zu stehen und vor Menschen zu sprechen.“

Auch abseits der eigentlichen Proben herrscht parallel dazu in einem kleinen Nebenraum Hochbetrieb. So stellt das „Schmink- und Requisitenteam“ für einen Erste-Hilfe-Wettbewerb Kniescheiben aus Latex her und überlegt sich realistische Schminkideen für Verletzungen. Denn auch bei diesem Termin helfen die Schülerinnen und Schüler der Theater-AG mit, da sie Unfallopfer bzw. verletzte Personen darstellen werden.

Das Klassenzimmer wird derweil für die nächste Szene umgestaltet. Wir begeben uns nun in Alices Traumland bzw. ins Wunderland. Aus dem Klassenzimmer wird die Teeparty des Hutmachers. Alice erwacht aus ihrem Schlaf und stellt erstaunt fest, dass sie sich nicht mehr im Klassenzimmer, sondern ganz wo anders befindet. Mit Hilfe eines Kaninchens und einer Grinsekatze gelangt Alice schließlich zur Teeparty des verrückten Hutmachers und seiner Gäste. Trotz der vielen Proben kommt es bei einem Auftritt trotzdem hin und wieder zu kleinen Missgeschicken. So berichtet Azra schmunzelnd, dass sie bei einer Aufführung „schon einmal über ein Mikrofonkabel gestolpert ist“.

Während das Team der Theater-AG fleißig weiter übt, verabschieden wir uns leise von den Proben, um die Schauspieler nicht zu stören. Bevor wir gehen, verrät uns Alina aber noch schnell ihren ultimativen Tipp gegen Lampenfieber: „Ich rede und scherze vor dem Auftritt viel mit Freunden hinter der Bühne. Dabei verfliegt die Aufregung dann ganz schnell.“ Wir bedanken uns herzlich bei der gesamten Theater-AG, dass wir bei den Proben dabei sein durften. Wir freuen uns schon sehr auf die Aufführung von „Alice im Wunderland“, die am 09. Juli im Stadttheater in Fürth stattfinden wird.

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